Lost in Punkrock

Meine schönsten Erinnerungen rund um den FC St. Pauli sind die Momente, in denen wir berauscht vom Spiel der Boys in Brown, fasziniert vom Zusammenspiel mit unserer Magie oder bluesig wegen einer Niederlage zusammen stehen, meist vor der Domschänke, und uns Mut zusprechen.

Oft endet das im gemeinsamen Singen, Shanties waren dabei und Donna Summer, immer Lieder, die auch in anderen Zeiten und Welten magisches auslösten. Für mich wirken diese Momente Identität stiftend, ohne sie könnte ich kein St. Paulianer sein. Continue reading

„St. Pauli Fans gegen Discophobie“

Geht es nur mir so?, oder findet sich im Stadion und darum herum ein sehr einseitiger Soundtrack aus Punk und Folk? Wo bleibt die Entsprechung der bunten Flaggen im Sound?

Ich war beim letzten Heimspiel einigermaßen erschrocken, dass von der Stadionregie nicht ein Tribut für Prince gespielt wurde. Immerhin war der Mann einer der größten Künstler der letzten 40 Jahre und hat am Millerntor 1988 Popgeschichte geschrieben. Woran mag das gelegen haben? Passt Disco nicht zum Fussball? Haben die Verantwortlichen – wer bestimmt eigentlich, was im Stadion gespielt wird? – vielleicht sogar ein wenig Bammel davor, dass allzu schmachtende Musik ausgepfiffen wird? Hatten wir bei Bad-Taste-Ausrutschern ja schon mal.

Würde Prince ausgepfiffen? Donna Summer? Ich befürchte ja. Continue reading

Remember Prince am Millerntor 1988?

„I wish there were no rules“, Prince

„Prince live im Millerntor Stadion soll man damals bis zur Hoheluftbrücke gehört haben. Im Karoviertel tanzten die Menschen auf den Balkonen und Strassen. Nach dem Konzert ging es in die Grosse Freiheit wo er Michel Jackson parodierte, liebevoll und würdig. Das wird so nie wieder passieren, auch nur ansatzweise, denn Hamburg möchte nicht mehr laut sein.“, schreibt Paul Sonntag auf Facebook und trifft mich mitten in meinem Flashback ans Millerntor 1988, das damals schon mein fußballerisches Wohnzimmer war.

Ich wünsche mir bei nächsten Heimspiel viel Prince, viel Revolution – ein Millerntor, das wieder lovesexy sein kann. Continue reading

St. Pauli diskutiert Olympia

Auf englisch würde man die Idee, einen Runden Tisch zum Thema Olympia in Hamburg zu machen einen smart move nennen; der FC St. Pauli nimmt sich des Themas an, moderiert es, aber ohne selbst Stellung zu beziehen.

Präsident Göttlich hat das auf die vielen Nachfragen aus Politik (Pro) und Fanschaft (Kontra) immer wieder betont: Der FC St. Pauli ist ein Verein der vielen Meinungen und traut seinen Mitgliedern durchaus zu, sich selbst eine Meinung bilden zu können. Nu lädt der Verein alle St. Paulianer_innen zu einer Diskussionsveranstaltung, um eben das zu tun.

 

Infoveranstaltung für Mitglieder zu Olympia in Hamburg

Montag, 19.10.2015, 19 Uhr, Millerntor-Stadion (Ballsaal Süd)
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Schönwetterniederlage

Wenn bei dem schönen Wetter bloss auch Stimmung aufkommt, wurde vor dem Spiel gegen Sandhausen in unserer Bezugsgruppe noch gewitzelt. Und tatsächlich sollte es ganze sieben Minuten gut gehen; St. Paulis Pressing begann schon an der gegnerischen Eckfahne und kurz sah es so aus, als würde das ein rabenschwarzer „Feiertag“ für die Gäste aus dem Wald. Continue reading

Sebastian Schachten: „So laut habe ich das Millerntor lange nicht mehr empfunden“

Man sah nach dem Spiel lauter gut gelaunte Verlierer rund um das Millerntor. Die Fans des Brauseklubs aus Leipzig hatten ihr erstes Auswärtsspiel am Millerntor zwar verloren, aber selten gewordene Eindrücke mitgenommen. Zu was das Millerntor in der Lage ist, wenn es um die Wurst geht, konnte man zur Mittagsstunde am Sonntag nicht unbedingt erwarten. Am Ende wurde es das lauteste Spiel des Jahres – mit einer fightenden Mannschaft und einem entfesselten Millerntor. Continue reading

Auf Sankt Pauli brennt noch Licht. Noch.

Heute Nacht bin ich schweißgebadet aufgewacht und brauchte eine Weile, um zu begreifen, dass das Bild, das ich vor Augen stehen hatte, keine Erinnerung, sondern ein Traumbild war: Ich sah Jan Delay auf einem Kran stehend, der vor der provisorischen Tribüne der Nordkurve „Auf St. Pauli brennt noch Licht“ singt. Neben ihm steht Thees Uhlmann mit seiner Gitarre und grinst mit Weihnachtsmütze im Gesicht doof in die Gegend. Continue reading

Jetzt ist Zeit für „bedingungslose Optimisten“

Lächelnd knufft mir A. in die Seite, als ich Mitte der zweiten Halbzeit mir noch ein 3:2 herbei wünsche. „Du bist echt ein hoffnungsloser Optimist“. Immerhin, mein Wünschen reicht zu einem wunderschönen Abseitstor von Verhoek; ein Fallrückzieher ohne Wert. Dem FC St. Pauli gelingt der Anschluss nicht mehr, in der Tabelle verliert er ihn zum Mittelfeld und trudelt gen Abstiegszone.

Nun sind gerade Optimisten gefragt; so wie ich, erinnern sich viele Gutwünscher gerade an eine ähnliche Saison, wo der FCSP in der Liga schwächelte, damals der ganzen Republik aber im Pokalwettbewerb das Fürchten lehrte. Das Millerntor war damals noch ein bruchreifer Erdhaufen und doch eine Trutzburg des „Es wird schon noch, das Happy End“. Continue reading

„Für immer mit Dir“ – Abschiedsspiel für Fabian Boll am 11.10.

BOLLzen am Millerntor am 11. Oktober 2014

In der bewegten und bewegenden Geschichte des FC St. Pauli ist die Liste an herausragenden Persönlichkeiten ebenso lang wie bunt. In der Frage, welche dabei gemäß ihres Wirkens zu den nachhaltigeren gehören, dürfte Fabian Boll sicher sehr weit oben stehen. Der defensive Mittelfeldspieler, seit 2002 in Diensten des Kiezclubs, überzeugte während seiner aktiven Laufbahn auf und abseits des Platzes auch durch Worte, aber noch viel mehr durch Taten. Diesem Credo folgt der gelernte Kriminaloberkommissar nun auch in seinem Finale, das bezeichnenderweise unter dem Motto steht: FÜR IMMER MIT DIR. Continue reading

„Kein Millerntor dem DFB“ – Beim Nationalmannschaftstraining am Millerntor wird der Spruch „Kein Fussball den Faschisten“ auf der Gegengerade abgehängt.

„Kein Fussball den Faschisten“ ist eine wesentliche Aussage am Millerntor, und hängt seit Jahren an der Gegengeraden; seit dem Neubau über die gesamte Tribüne. Heute nicht, grünes Plastik verbirgt den Part “ … den Faschisten“, denn heute trainiert die Deutsche Nationalmannschaft am Millerntor.

In meinen Augen ein Skandal, der auch nicht mit einer politisch neutralen Haltung des Verbandes zu erklären ist.

Die Frage, die sich nu stellt: Wer hat das veranlasst?, und wer hat das erlaubt?

Update: Eben kam die Bestätigung des Vereins, dass der DFB als Mieter des Stadions gemäß einer Richtlinie den „politischen Ausdruck“ ‚Faschisten‘ abgehängt hat. Angesprochen darauf waren sich wohl Technokraten und Realos beim DFB auch nicht einig, ob das so eine gute Idee sei, hier streng nach den Richtlinien zu handeln, wobei sich die Technokraten wohl durchsetzten. Ich freue mich schon auf Schlands Ausscheiden in der Vorrunde und die Titelbilder mit „Kein Fussball“ im Hintergrund. Grrr.

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Foto: Jan Weckwerth, mit freundlicher Genehmigung

Regionalligagedächtniskick gegen Aalen (mit A-A), alle Bolls mit katastrophaler Leistung

„So ging das hier drei Jahre lang“, erklärte ich Annika, einer Freundin meiner Tochter, die das erste Mal am Millerntor war, als sie mich auf die Bewegungslosigkeit der Boys in Brown ansprach. Cheftrainer Roland Vrabec hatte nach einem empathischen Impuls alle 11 Positionen des FC St. Pauli mit „Bolls“ besetzt und damit den Startschuss gegeben zu einem Abschiedsspiel, dass Hamburg so schnell vergessen wird, wie Goldfische ihre letzte Runde um die Schatzkiste. Continue reading

Könnt ihr euch ein Millerntor ohne Flutlichtmasten vorstellen?

Zur Sommerpause 2014 soll Schluss sein mit der magischen Beleuchtung von schräg oben, die diese typischen Mehrfachschatten an die Boys in Brown leuchtet. Ich kann mich mit dem Gedanken nicht so richtig anfreunden, auch wenn ich die Argumente, dass die wuchtigen Stahltungetüme langsam marode werden und außerdem von den Dächern der neuen Tribüne eine viel bessere Beleuchtung möglich ist, intellektuell nachvollziehen kann.

Millerntor mit Flutlichtmasten

In der Fanschaft wird derzeit heiss diskutiert, wie und ob man diese Ungetüme retten kann.
Mehr dazu sicher an dieser Stelle … nu würde ich gerne wissen: wie seht ihr das?

Immerhin Derbysieger :( Das Highlight einer Heimneiderlage gegen den VfL Bochum war eine Lautsprecherdurchsage

Den Bericht über das Bundesligaspiel FC St. Pauli gegen den VfL Bochum beginne ich am besten von hinten. Die Sonne scheint und der kräftige Südost schickt kleine Wolken unter der Frühlingssonne übers Millerntor. Mit mir stehen da noch hundert andere auf der Gegengerade, wollen irgendwie nicht nach Hause gehen, als ob sie noch was erwarteten. Geht hier noch was?

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Gegen-Gerade

Foto: http://SPNU.de
Foto: http://SPNU.de

Etwas mehr als 24 Stunden vor dem Spiel gegen Sandhausen liegt das Millerntor friedlich in der Herbstsonne. Auf der Süd machen eine Handvoll Frauen Gymnastik und auf der Haupt präsentieren sich zukünftige Arbeitgeber jungen Talenten (Online Karrieretag im Ballsaal). Die Höhensonne wärmt den Schattenrasen vor der Süd, und nu kann ich endlich mal meine/ unsere „Wohnzimmer-Einrichtung“ in ihrer ganzen Pracht sehen.

„Kein Fußball den Faschisten“ wird ja auch immer aktueller denn je …

„Der MSV Duisburg ist BUNT, nicht braun“ zur unpolitischen Division Duisburg. Können Verein und Polizei natürlich nicht wissen, diese Insiderinfos…

„Eine politische Motivation scheint in diesem Fall nicht vorrangig vorzuliegen.“

Fassen wir noch mal zusammen, was sich so durch googeln herausfinden lässt: Die Division hat an einem Hakenkreuz-Cup teilgenommen (http://www.netz-gegen-nazis.de/beitrag/fussballturniere-zur-vernetzung-der-nationalen-kräfte-8250), an einem Nationalen Fußballturnier der Freien Nationalisten Leverkusen (http://logr.org/leverkusen/?p=844) und an einem Fußballturnier des Nationalen Widerstands Duisburg (http://logr.org/agkredu/2010/08/01/sport-frei-nationales-fussballturnier-in-oberhausen/; mit Fotos mit MSV Trikots und Division-Shirts). Sie haben das alternative Kulturzentrum Djäzz angegriffen, weil sie dort linke St.Pauli-Fans erwartet hatten (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/randale-und-hooligan-angriff-nach-spiel-zwischen-msv-und-st-pauli-id6387668.html). Sie haben sich beim Spiel in Halle rassistisch und antisemitisch geäußert und Mitglieder haben den Hitler- und Kühnengruß gezeigt, ebenso haben sie bereits in Babelsberg rechtsradikales Liedgut angestimmt (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/die-hooligans-ihre-nazi-symbole-und-der-nationale-widerstand-duisburg-page3-id7206160.html).

Jetzt hauen sie eine für sie links geltende Gruppierung beim MSV auch noch weg und das hatte natürlich wieder andere Gründe ?!?
Ich muss mich gleich übergeben..“

via Jolly Roger Facebook

Reach out and touch (somebody’s hand) – vom Erlebnis singend über die Reeperbahn zu spazieren

Can You sing with me?:
Reach out and touch
Somebody's hand.
Make this world a better place,
If you can.
- Diana Ross 1983, Central Park, New York City

Ich bin ja immer noch beseelt gewesen von dem Soul-vollen Abend in der Motte mit Love Newkirk und Randall Hutchins vom Wochenende – und gestern vor der Domschänke, nach dem Spiel gegen die hässliche Fortuna haben Momorulez Metalust und ich viel gesungen. „Reach out and Touch (Somebody’s hand)“ – und das habe ich den ganzen Weg über die Reeperbahn nach Hause auch getan: Gesungen.

Mit den Menschen, die da auf dieser Straße leben, Moro und Pink – unsere Stadt besuchen, Fortunen und Elmshornern. Wir haben gemeinsam gesungen, sind immer wieder auch abgeschweift – musikalisch. Von Depeche Mode über Michael Jackson. Bis hinunter zur Großen Freiheit an die Grenze zu Altona, wo ich dieses Lied das erste Mal richtig „erleben“ durfte. Vielen Dank dafür nochmal, Love!

Wer diese unbeschreibliche, wahnsinnig tolle Frau auch live erleben will, der muss am kommenden Wochenende ans Millerntor kommen. Sie singt im Rahmen des Festivals „Fußball und Liebe“ für uns alle „You’ll Never Walk Alone“ – in der Mahalia Jackson Version.

Würde mich ja sehr freuen, wenn sich das einbürgerte, mehr Soul am Millerntor zuzulassen: „Can you sing with me?“ – Reach out and touch, Somebody’s Hand.

Zeigen wir Besiktas, ganz Istanbul und der Türkei unsere Solidarität – Sozialromantischer Aufruf zum Freundschaftsspiel am 12.7. am Millerntor

Am 12.7. spielt der FC St. Pauli am Millerntor gegen Besiktas Istanbul.

Istanbul…

Sofort werden viele von euch daran denken was in dieser Stadt gerade passiert. In der ganzen Türkei. Wie junge Menschen sich erhoben haben und sich nicht mehr länger ihre Lebensweise von einem Staatschef vorschreiben lassen wollten, sich ihren Park und die wenigen öffentlichen Plätze die es in der boomenden Stadt noch gibt, nehmen lassen wollten. Sie protestierten. Friedlich und Kreativ.

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Was dann geschah ist kaum zu beschreiben. Über 5000 Verletzte durch Sicherheitskräfte. Darunter auch Kinder und Schwangere. Chemikalen die international geächtet sind im Wasser der Wasserwerfer.
Bisher 5 Tote. Unzählige verhaftete Journalisten, verhaftete Ärzte die Demonstranten helfen wollten, und selbst Anwälte. Zum Teil verschwunden bis heute ohne das jemand weiß wo sie sich in den Händen des Staates befinden. Grauenvolle Bilder und Stimmen die zu uns dringen aus der Türkei, und ein Staatschef der eigentlich nur noch mit dem Wort „Geistesgestört“ beschrieben werden kann. Continue reading

Und wir können es doch noch!

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Am Ende standen die alten Helden zusammen, Ebbe, Boll und Bruuuns, lachten sich an und klatschten sich ab. „Wir können es noch“, hieß das, Spiele entscheiden, und das MIT den neuen Boys in Brown! Mit Akagi Gogia, der vom Winken einen Tennisarm bekommt, und der stärkste Paulianer war heute,

Und Ginni als tragischer Held, der durch seine Blutgrätsche erst das Wunder möglich machte. Denn jetzt schlägt die Zeit der alten Helden, zusammen mit den starken Gogia, Gyau und Funk eine wuchtige Achse.

Und ja, ich meine, der FCSP kommt ohne die drei nicht aus!

Heimspiel-Wetterbericht: St. Pauli-Regensburg

2 °C
leichter Schnee-Regen
Niederschlagsrisiko: 80 %
Wind: Ost, 20,4 km/h

Das Heimspiel-Wetter für das Millerntor in Hamburg St. Pauli gegen den Jahn aus Regensburg. Und wir haben, nachdem der Frühling diese Woche ein wenig übern durfte, wieder Hamburger Schmuddelwetter angesagt an diesem Heimspielabend unter Flutlicht.

Der Osten Wind gibt in Hamborg ja bekanntlich „einen krüsen Büddel un nen lütten Stint“, aber auf der Gegengeraden sollte man heute überalle trocken bleiben. Der Norden könnte auch glimpflich davon kommen, wenn man an die GG anluvt und den Schneeregenschauern zuschaut, wie sie über das Dach der Geraden auf die Haupttribüne treffen. Die Business- und VIPSitzer werden sich heute warm und wetterfest anziehen müssen. Oder sie bleiben am besten gleich zuhause und verschenken ihre Karten an St. Paulianer, denen das Wetter nichts ausmacht.

Bis nachher.

Wetter via Wetter.com

Bruuns

Florian Bruns. Foto: Stefan Groenveld
Florian Bruns. Foto: Stefan Groenveld

„Bruuuuuns“ hallte es wie ein trotziger Schlachtruf durch das Millerntor bei seiner letzten Einwechslung. Eine sehr spezielle Liebeserklärung und Anfeuerung an den schwiegersöhnlichsten aller St. Paulianer: Florian Bruns.

Wir lieben ihn so sehr, weil bei kaum jemandem Stolperei und Genie so nah beieinander liegen. Sicher, wer im kreativen Mittelfeld arbeitet, bei dem fallen Fehler schneller auf, denn er muss viele begehen. Aber das ist es nicht, was Flo so besonders macht. Wie vielen großen St. Paulianern fehlt ihm zum „kompletten Fußballprofi“ etwas. So wie Fin Bartels der Abschluss, fehlt Flo der aggressive Eigensinn. Allüren sind dem Mann fremd, den man nach seinen Fehlpässen schlicht in den Arm nehmen möchte, so enttäuscht schaut er auf die Narbe im Rasen, die ihn hat schlecht aussehen lassen. Und doch ist er in der Lage, ein Spiel zu entscheiden wenn es sein muss, wie gegen den KSC seinerzeit: mit Wucht.

Das Schicksal hat seinen Nachfolger Buchtmann aus dem Spiel genommen, und Seelenverwandter Lennart Thy ist noch nicht soweit, ihn zu ersetzen. Und so bekommt Flo die Chance, mit seiner unnachahmlichen, manchmal behäbig wirkenden Geschmeidigkeit unser Offensivspiel sich entfalten zu helfen.

Ich freue mich darüber sehr. Sicher wird nach heute Abend unseren sportlichen Verantwortlichen klar, dass sie einen Fehler korrigieren müssen, und Flos Vertrag mit seinem Millerntor verlängern.

Noch mehr tolle Fotos von Flo Bruns …

FC St. Pauli: „I Just Can’t Get Enough“ or sing it like Celtic

Neues Spiel, neuer Versuch: Am Freitag wollen noch einmal einige Fanclubs versuchen \“i just can\’t enough\“ endlich als Fangesang am Millerntor einzuführen. Vor dem Spiel wollen sie dazu auf der Süd und der GG den Chant anstimmen. Wäre ein Traum, wenn das klappen würde!

Hier der Text: Continue reading

Fanräume feiert am Millerntor – „Heute Abend – Ein Kessel Braun-weißes“

Heute, am Freitag (9.11.) um 19:30 Uhr, feiert der FC St. Pauli seine Fans, und eine fantastische Idee, die nun kruz vor der Wirklichwerdung steht: Spieler und Fans des FC St. Pauli eine einmalige Gala im Ballsaal der Südtribüne – zugunsten und mit den Fanräumen.

Die vor Jahren noch astronomisch wirkenden und nur von vehementen Optimisten für sammelbar gehaltenen 400.000 Euro für Fanräume e.V. werden wohl am Ende des Abends zusammen gekommen sein. Endlich. Damit haben mehrere tausend Unterstützer_innen ihr großes Ziel zu erreicht: Räume für alle St. Paulianerinnen und St. Paulianer in der neuen Gegengerade des Millerntor-Stadions. Ein Zentrum der Fußball- und Stadtteilkultur mit einem Veranstaltungssaal, Büros und Besprechungsräumen und einer Fußballbibliothek, zugleich die neue Heimat des Fanladen St. Pauli, der Abteilung Fördernde Mitglieder des FC St. Pauli und der Fanräume selbst.

Fast 100 Mitwirkende auf der Bühne und hinter den Kulissen werden die Benefiz-Gala „Ein Kessel Braun-Weißes“ im „Ballsaal“ der Millerntor-Südtribüne zu einem einmaligen Erlebnis machen. Natürlich kommen alle Einahmen Fanräume e.V. zugute.

Unter den vielen Höhepunkten u.a. das braun-weißeste Derby aller Zeiten: FC St. Pauli vs. FC St. Pauli! Fin Bartels und Dennis Daube schenken sich an der Playstation nichts, live kommentiert von AFM-Radio-Sprecher Wolf Schmidt. St. Pauli-Fan und Schauspielerin Maria Ketikidou („Großstadtrevier“) bringt mit „Post von Tante Kriemhild“ einen der ungewöhnlichsten Auswärtsberichte aller Zeiten auf die Bühne. FC St. Pauli-Sicherheitschef und Ex-Fanbetreuer Sven Brux überzeugt als Sänger, und die St. Pauli-Keeper Philipp Tschauner und Benedikt Pliquett setzen das Motto „Auf St. Pauli regeln wir das unter uns“ bei einem spielerischen „Torwart-Duell“ live auf der Bühne in die Tat um. Auch auf die Auftritte von Fabian Boll, Florian Bruns, Marius Ebbers, Sören Gonther, Florian Mohr, Timo Schultz und Torwartlegende Klaus Thomforde darf man gespannt sein.

Im Anschluss an das Programm der „Fan-Gala“ wird bei der großen Fanräume-Party im Ballsaal weitergefeiert bis in die Puppen: Gleich vier DJs, u.a. DJ DSL (St. Pauli Sound Supporters) legen einen vielfältigen Musikmix auf. Für reichlich kühles Astra, alkoholfreie Getränke und Snacks ist gesorgt!

Tickets: Schnell heute noch in den Fanladen St. Pauli oder hoffen auf die wenigen Restkarten (8 Euro) an der Abendkasse.

Heimspiel gegen Aalen: ALLE IN ROT #JollyRouge

Jolly Rouge rising over St. Pauli Millerntor
Jolly Rouge rising over St. Pauli Millerntor
Foto: via magischergc

Es ist wieder Hamburger Wetter am Millerntor. Morgen steigt das Heimspiel gegen Aalen, und es wird mein erstes am Millerntor diese Saison. Und es wird sozialromantisch:

Die organsierte und desorganisierte Fanschaft des FC St. Pauli wiederbelebt den Jolly Rouge, den roten Jolly Roger, als Protest GEGEN EINE STADIONWACHE #Goliathwache – und FÜR EIN FCSP MUSEUM in der Gegengeraden.

Also: rote Schals, rote Pullover, rote Flaggen … MORGEN ALLE IN ROT!

ps wir haben Hamburger Wetter – und die Schönwetterfans bleiben zuhause (also ich meine nicht die aus Aalen!): Es gibt noch Karten für die NORD, unsere Wetterseite ;)

Für das Spiel am kommenden Dienstag (25.9.) um 17.30 Uhr gegen den VfR Aalen gibt es noch ca. 700 Stehplätze im Norden.

MILLERNTOR – Das Fotobuch

Susanne Katzenberg kann man getrost als eine der Haus- und Hof-Fotografinnen des FC St. Pauli bezeichnen. Ich mag ihre Fotos sehr. Vor allem beim Abschied und Abriss meiner geliebten Haupt blieben ihre Bilder tief im Herzen stecken. Das hat sie nun für die Gegengerade – Hells Bells habe sie selig – auch getan, das Einfangen von Seele, von Patina und getrockneter Leidenschaft. So, wie das nur jemand fotografieren kann, der es fühlt. Continue reading

Mit den falschen Farben zurück …

… ans Millerntor wird in der nächsten Zweitligasaison nicht nur Ralle Gunesch (Ingolstadt), sondern auch Fabio Morena (wechselt zum Aufsteiger Sandhausen). Das wird hart, und ist mit nichts zu vergleichen, emotional, was wir bisher erlebt haben, imho.

Bei Stani war es ein Freundschaftsspiel und er hat er sich selbst weg „befördert“, genauso wie Matze Lehmann und Felix Luz. Nee bei unseren Helden, die sie für Schubis Bleiben fortgejagd haben, wird es wirklich haarig, denn es schwingt diese tiefe Trauer mit, dass wir sie noch gut gebrauchen könnten auch, dass wir sie lieben und verehren, ist ja klar.

Wehe André Schubert und unserem Präsidium, wenn die Hinrunde schiete läuft. Dann wandelt sich Trauer in Zorn, und die Chants für Morena und Gunesch, vielleicht auch für Rothenbach oder Volzy, zur Anklage!

Rummel Rummel Rusch, de Bulle sit in Busch

Rummel rummel rusch,
de Neubau sitzt im Busch
Give mi nen lütten Astra oder ne lütte Wurscht!
Is de Wurscht to kleen, give me twey for een,
Is de Wurscht to groot, smeckt noch mal so god.
En Hus wieder sing wir Lieder,
En Hus achter wohnt Viva con Agua,
En hus voran
Wohnt de Schutzmann
Prost Gegengerade!
*

In Altona und anderswo in Norddeutschland und Dänemark ist man am Abend vor Neujohr durch die Nachbarschaft gelaufen und hat auf Rummelpötten, also Trommeln begleitet gesungen. Dieser Brauch ist innerhalb einer Generation fast gänzlich verschwunden. Süßigkeiten werden immer noch singend eingefordert, aber heutzutage zu Halloween.

Und dieses Schicksal droht auch dem Mythos „Gegengerade“. Wenn am Sonntag wieder junge Leute rummelnd durch den Stadtteil ziehen, dann fordern sie keine Süßigkeiten, sie fordern Gerechtigkeit. Und der Schutzmann wird sie begleiten. Vielleicht bis zum Millerntor, aber nicht hinein. Die Gegengerade ist zwar baufällig aber willkürfrei. Das wird sich mit dem Neubau dramatisch ändern.

Lassen Sie sich das nicht zu sehr auf der Zunge zergehen, denn Sie werden sie noch zum Schnalzen brauchen: Ein Kultclub. Ein Stadion. Fußball, Dramen, Totenkopffahnen. Eine Tribüne voller herrlich verrückter Freibeuter. Und direkt unter ihrem Hintern: der größte Stadion-Polizeipalast Europas.
Glauben Sie nicht? Wird gerade gebaut! Die neue Gegengerade am Millerntor! 10.000 Stehplätze. 3000 Sitzplätze. 570 Quadratmeter für Fanräume. Und gut 600 für ein Polizeirevier. Und zwar nicht irgend so ne Krümmels-Stadionwache wie in jeder X-beliebigen Arena. Dieses Baby ist nicht nur während der Spiele besetzt! Stattdessen „Rund um die Uhr, Tag für Tag!“ Mindestens, wenn Dom ist. Und das ist in Hamburg bekanntlich fast immer. Na, Groschen gefallen? Hier kommt Ihr Großkultrevier! „Wir waschen uns nie – St. Pauli!“ ist Geschichte! Die Zeit der Seifenopern beginnt.

schreibt Gerd in seiner beachtlichen Parabel auf das neue Großstadtrevier am Millerntor. Und mir wird so unbehaglich, wie lange schon nicht mehr. Dass die Gegengerade sich kulturell verändert, wenn sie neu erbaut wird, das war ja klar. Aber dass sich die Vollstreckungsbehörden mitten reinsetzen in die Gegengerade ist mir unerträglich. Was nicht so schlimm wäre, wenn es nicht auch gleichzeitig das Finale des Mythos der Gegengeraden wäre. Vergleichbar mit einer Roten Flora mit Schüco-Fenstern und Starbucks-Filiale.

Die DOM-Wache mitten in der Gegengeraden muss verhindert werden! Stelle mir gerade den Effekt vor, wenn der Wahnsinn, der polizeiliche Denke begleitet sich inmitten unseres Stadions breit macht.

*
Rummel Rummel Rusch ist das althergebrachte Halloween der Blankeneser gewesen. Ein schöner Brauch, den es heute nicht mehr gibt.
Als Kinder in Blankenese sind wir Silvester um die Häuser im Treppenviertel gelaufen und haben „gerummelt“, also das gemacht, was Kinder heute bei Halloween machen.

Drama Baby! – der Millerntor Roarr ist wieder da!

„Wir holen den dritten Platz,
schießen die Vorstadt ab.
Relegation,
wir freun uns schon!“

Manchmal führen Missgeschicke zu unerwarteten Freuden. Gestern sollte ich eigentlich gar nicht am Millerntor sein, sondern an der Ostsee mein Unwesen treiben. Sliptermin, endlich das Schiff wieder in sein Element verfrachten, ins Wasser. Das ging dann so glatt, dass ich schon um 15:00 Uhr wieder in Hamburg war, Karte abgeholt und ab zum Millerntor. Ja, hier war ich dann wieder in meinem Element. Mit dem Quotenrocker standen wir dann zu unchristlicher Zeit ab 16:30 Uhr auf den obersten Stufen der Nordkurve, da wo sie wirklich eine Kurve ist, und sich gen Gegengerade neigt, fachsimpelten über Bene, Boll und Ballbesitz und tranken schon das zweite Bier, als die Südkurve explodierte.

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Jonas Frank,Willkommen als Interims-Stadionsprecher

Rainer Wulff wird am Sonntag definitiv ausfallen, auch Dagmar Grigoleit, seine Vertreterin. Also suchte der Verein einen Ersatz außerhalb etablierter Sprecher_innen, und präsentiert mit Jonas Frank eine Alternative mit Perspektive.

Ich habe Jonas Frank persönlich kennengelernt, als wir einen Verein gründen wollte, nein, keinen Fußballverein. Dieser Platz ist bei ihm genauso vergeben, wie bei mir.

Wir waren uns sehr sympathisch, und nicht nur deshalb Drücke ich ihm für morgen alle Daumen. Einem Freund von mir haben sie beim Vorstadtverein mal übel mitgespielt, als er dort Stadionsprecher werden sollte. Das sollte bei uns nicht passieren, aber nervös wird Jonas wohl sein. Deswegen nochmal: Willkomenn am Millerntor, lieber Jonas. Immer locker bleiben, dann wird’s schon :)